TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Wie schon im letzten Artikel unserer Zeeland-Serie angekündigt, stand an diesem Wochenende ein weiteres Highlight auf dem Vereinskalender der TSG Porz: der Ausflug zum berühmten Tauchsee Panheel in den Niederlanden. Ein Tag voller Tauchabenteuer, guter Stimmung, skurriler Unterwasserwesen – und natürlich: Kibbeling.

Früher Vogel auf dem Warteparkplatz

Panheel öffnet pünktlich um 09:00 Uhr seine Schranke zum Tauchgelände. Wer den Platz kennt, weiß: Wer früh kommt, hat gute Chancen auf einen der begehrten Parkplätze mit kurzem Weg zum Wasser. Und so versammelten sich bereits ab 08:15 Uhr zahlreiche Autos, Vans und vollbeladene Kombis auf dem großzügigen Warteparkplatz vor dem Eingang. Auch die achtköpfige Delegation der TSG Porz war mit dabei, voll bepackt mit Tauchausrüstung, Vesperboxen und guter Laune. Darunter auch vier frischgebackene DTSA-Einstern-Taucher*innen, die ihren ersten „großen“ Vereinsausflug nach dem Abschluss der Ausbildung erlebten.

Pünktlich um 09:00 Uhr hob sich die Schranke, und dann hieß es: Run auf die Einstiegsnähe! Mit viel Humor, leichter Konkurrenz und einem kleinen Augenzwinkern manövrierten sich die Fahrzeuge durch das Nadelöhr „Bezahl-Barke“ auf den Platz. Leider war es dem Autor dieser Zeilen nicht vergönnt, dieses chaotische Autoballett fotografisch festzuhalten. Er gelobt Wiedergutmachung beim nächsten Besuch! 🙂

Aufbau, Briefing, Vorfreude

Einmal angekommen, folgte das vertraute Ritual: Klappen auf, Ausrüstung raus, Anrüsten, Regler checken. Die Routine saß bei allen, aber für die Neulinge wurde natürlich noch einmal alles in Ruhe erklärt.

Besonders hervorzuheben: Die unbezahlbare Unterstützung durch unsere Team-Managerin an Land, auch bekannt als „Emmas Mutter“, die sich liebevoll um die Organisation von Snacks, Wasser, Keksen und Sonnencreme kümmerte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Tauchgang 1: Zum Piratenschiff und darüber hinaus

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel
TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Der erste Tauchgang des Tages führte die gesamte Gruppe zum legendären versunkenen Piratenschiff von Panheel. In rund 12 Metern Tiefe liegt dieses imposante Wrack, das sich wunderbar durchtauchen lässt. Die Fensterluken, der angedeutete Mast, die verwitterten Planken – alles wirkt wie aus einem Abenteuerfilm. Nach einem kleinen Abstieg auf etwa 25 Meter Tiefe, um die unteren Ebenen des Geländes zu erkunden, tauchte die Gruppe wieder auf in die helleren, wärmeren Schichten des Sees.

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel
TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Von dort aus trennten sich die Wege: In Zweier- oder Vierergruppen wurden weitere Highlights angepeilt. Wer wollte, tauchte durch ausrangierte Container, kämpfte sich durch einen Unterwasser-Wald von Computertischen, Kneipen-Theken mit muschelbewachsenen Zapfanlagen und Eiffelturm-Miniaturen und überließ Azteken-Göttern und Osterinselstatuen mehr oder weniger respektvoll das Feld.

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Oberwasserpause mit Keksen und Sonne

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Zurück am Ufer dann: Blauer Himmel statt Gewitter! Die Wetterprognosen hatten eigentlich Unheil angedeutet, doch Panheel zeigte sich von seiner besten Seite. Auf den Picknickdecken wurden Taucherkekse, Müsliriegel und kalte Erfrischungsgetränke verteilt. Gespräche drehten sich um Sichtweiten, Buddy-Kommunikation, die Überraschungstiefe des Sees und das nächste Tauchziel: Kevin.

Tauchgang 2: Besuch bei Kevin, dem Minion

Der zweite Tauchgang des Tages stand ganz im Zeichen eines wahren Maskottchens: Kevin, der Minion. Ganze 6,5 Meter misst der gelbe Koloss, der in rund 9 Metern Tiefe auf Tauchbesuch wartet.

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Die Buddy-Teams starteten leicht versetzt, fanden aber alle sicher zu ihm. Kevin, stets fotogen, posierte wie immer für unzählige Unterwasser-Selfies und Gruppenfotos. Und weil es so schön war, kreisten einige noch ein wenig durch das „Minion-Reich“, in dem es weitere Skulpturen, kleine Boote und liebevoll platzierte Details zu entdecken gab.

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Doch Panheel hat nicht nur Deko zu bieten: Karpfen und Hechte kreuzten den Weg der Taucher*innen, zum Erstaunen mancher und zur Begeisterung anderer. Besonders in den bewachsenen Bereichen des Sees kam echtes „Süßwasser-Riff-Gefühl“ auf.

Abschluss mit Kibbeling und Pommes

Nach dem Verstauen der nassen Anzüge und dem Verstauen der Erinnerungen im Logbuch war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Denn eine Vereinsfahrt der TSG Porz nach Panheel endet niemals ohne Stopp am „Grens-Kiosk“!

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Dort, direkt hinter der Grenze, ließen sich die acht TSG-ler tonnenweise Kibbeling, Pommes Spezial, Frikandel & Co.schmecken. Mit vollen Mägen und frittierten Herzen ging es dann am frühen Abend zurück nach Köln.

TSG Porz on Tour: Vereinsausflug nach Panheel

Fazit: Panheel, wir kommen wieder!

Was bleibt von diesem Tag? Erinnerungen an eine fantastische Unterwasserwelt, an einen Ort, der zwischen Trash und Tempel balanciert und den Tauchenden ständig ein Schmunzeln unter die Maske zaubert.

Und für alle gilt: Panheel war nicht der letzte Ausflug dieser Art. Schon jetzt wird geplant, gepackt und geträumt – vom nächsten Kevin-Besuch, vom nächsten Kibbeling und natürlich vom nächsten gemeinsamen Abtauchen.

Gut Luft und bis bald!

Eure TSG Porz!

Text: Philip Behrends; Fotos: … von allen Teilnehmern

TSG Porz in Zeeland – Teil 3: Abschluss mit Tiefe, Geschmack und Gefühl

TSG Porz in Zeeland – Teil 3: Abschluss mit Tiefe, Geschmack und Gefühl

Der Samstagmorgen beginnt früh – fast zu früh, wenn man bedenkt, dass zehn unerschrockene TSG-Mitglieder noch wenige Stunden zuvor beim Nachttauchgang unter der Wasseroberfläche des Grevelinger Meeres unterwegs waren. Doch wer dachte, dass sich Müdigkeit breitmachen würde, wurde eines Besseren belehrt: Pünktlich zum ersten Tauchgang des Tages versammelt sich die Gruppe wieder an der bewährten Homebase am Kerkweg in Brouwershaven. Die Neopren- und Trockenanzüge sind noch leicht klamm vom Vortag, die Masken frisch gespült, die Stimmung aber hellwach und energiegeladen.

Tauchgänge zum Finale – und letzte Salzwassergrüße

Wie so oft in dieser Woche steht auch an diesem Samstag wieder ein voller Tauchplan bevor. Während sich einige nach dem morgendlichen Abtauchgang einen Moment zur Regeneration gönnen, nutzen andere die Zeit für einen zweiten Tauchgang zur Mittagszeit – ganz nach dem Motto: „Einmal geht noch!“ Die Plätze rund um den Osse und das Grevelinger Meer bieten erneut alles auf, was Zeeland an Farben, Lebendigkeit und Unterwasserfreuden zu bieten hat: Neugierige Krabben, Seesterne in Bewegung und sogar ein letzter Blick auf eine kleine Sepia, die anmutig durchs Wasser gleitet.

Für den Verfasser dieser Zeilen fühlt sich jeder dieser Tauchgänge noch wie ein Geschenk an – noch nie war das Wasser salziger, die Tiere bunter und das Gefühl, Teil einer so lebendigen Tauchgemeinschaft zu sein, intensiver.

Vorbereitung auf den großen Samstagabend

Doch nicht nur unter Wasser laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon am frühen Nachmittag beginnen die ersten, sich in ihren Ferienhäusern auf den großen Abend vorzubereiten. Denn: Samstagabend ist Barbecue-Zeit! Und dieses BBQ ist in der Geschichte der Zeeland-Woche mehr als nur eine kulinarische Randnotiz – es ist ein Höhepunkt, eine Institution, ein Fest der Gemeinschaft.

Barbecue, Ehrungen & ein Abend voller Geschichten

Als sich gegen Abend alle Teilnehmer*innen an einem zentralen Ort versammeln, ist die Stimmung bereits erwartungsvoll. Der Grill läuft auf Hochtouren, die Tische füllen sich mit selbstgemachten Salaten, mariniertem Gemüse, Brotspezialitäten und Dips, die das Buffet zu einem kleinen Kunstwerk machen. Schnell vermischen sich der Duft von gegrilltem Fleisch und Gemüse mit dem Klang fröhlicher Gespräche.

Hier trifft man sich nicht nur zum Essen, sondern vor allem zum Austausch, Wiedersehen, Kennenlernen und Freundschaften vertiefen. Geschichten von der Woche machen die Runde: kleine Anekdoten, Missgeschicke, großartige Sichtweiten und das ein oder andere tierische Highlight. 

Ehrungen mit Applaus – neue Sterne am Taucherhimmel

Ein besonderer Moment des Abends ist zwei frisch gebackenen DTSA-*-Taucherinnen gewidmet, die in den letzten Tagen ihre Prüfungstauchgänge erfolgreich abgeschlossen haben. Sie erhalten nicht nur ihre verdienten Brevets, sondern auch den gebührenden Applaus der ganzen Runde. Stolz, Glück und vielleicht ein kleiner Hauch Gänsehaut machen diesen Moment besonders – für die Geehrten wie auch für jene, die sich an ihren eigenen Weg zum ersten Stern erinnern.

Stefan Steeger, wie immer umtriebiger und mit Übersicht ausgestatteter Organisator, ergreift schließlich das Wort. Er bedankt sich bei allen Teilnehmer*innen für die Harmonie, das Miteinander und den reibungslosen Ablauf dieser Reise. Mit einem Augenzwinkern erinnert er daran, dass die Anmeldung für 2026 „selbstverständlich schon jetzt entgegengenommen wird“ – die Reaktion? Jubel und Gelächter.

TSG Porz in Zeeland – Teil 3: Abschluss mit Tiefe, Geschmack und Gefühl

Letzter Tag – Tauchgänge & Abschied mit Kibbeling

Auch der Sonntag lässt noch einmal viele Taucherherzen höherschlagen: Wer die Rückreise noch nicht antreten muss, trifft sich zu weiteren Tauchgängen, darunter ein besonders entspannter Morgentauchgang mit minimaler Strömung und erstaunlich klarer Sicht. Wieder einmal zeigt sich das Grevelinger Meer von seiner besten Seite.

Am Nachmittag nimmt das Programm jedoch eine etwas touristischere Wendung: In kleinen Gruppen machen sich viele Teilnehmer*innen auf den Weg in die umliegenden Städte.

Zierikzee und Renesse bieten Gelegenheit zum Flanieren, Shoppen, Eisessen – und selbstverständlich darf ein letzter Besuch am Kibbeling-Foodtruck nicht fehlen. Eine letzte Portion goldbrauner Fischstücke mit Remoulade? Pflicht.

Emotionales Fazit eines Erst-Salzwasser-Tauchers

Während die Koffer gepackt, die Tauchflaschen geleert und die letzten Erinnerungsfotos geschossen werden, macht sich langsam Wehmut breit. Für mich – salzwasserverliebt und voller Eindrücke – war diese Woche mehr als nur eine Vereinsfahrt. Es war eine Reise in die Tiefe der Unterwasserwelt, aber auch in die Tiefe des Vereinslebens. Ich durfte erleben, was es heißt, Teil dieser Gemeinschaft zu sein: aufgenommen, unterstützt, motiviert – nie allein, immer mittendrin.

Als wir dann unser Auto beladen, ein letztes Mal den Kerkweg hinter uns lassen und das Navi auf „Köln“ stellen, bleibt ein Gedanke unausweichlich:

„Schon jetzt Lust auf 2026, dann mit einem zweiten Stern im Gepäck! ;-)“

Ende.

TSG Porz in Zeeland – Teil 3: Abschluss mit Tiefe, Geschmack und Gefühl

P.S.: Natürlich folgte am darauffolgenden Tag direkt der „Entsalzungs-Tauchgang“ im heimischen Fühlinger See, dort ist es auch schön und abwechslungsreich!

„nur mal so by the way“, dass mir hier keine falschen Schlussfolgerungen gezogen werden… 😉

Wir sehen uns am See, am kommenden Sonntag schon wieder in den Niederlanden, im Süsswasser von Panheel…

Gut Luft!

Eure TSG Porz

Fotos: Philip Behrends & Daniel Prill; Text: Philip Behrends

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

Der Freitagabend in der Zeeland-Woche 2025 war ein ganz besonderer. Nicht nur, weil sich die Tauchgruppe der TSG Porz in den Tagen zuvor bereits im salzigen Wasser ausgetobt, gemeinsam gegessen, gelacht und gelebt hatte – sondern auch, weil der Nachttauchgang an der Homebase am Kerkweg in Brouwershaven bevorstand. Für viele war dies der Höhepunkt der Woche. Für manche der erste Tauchgang in völliger Dunkelheit. Und für alle ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.

Langsam senkt sich die Dämmerung

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

Es war der Abend des 20. Juni – die Nacht vor der Sommersonnenwende. Spätestens ab 21 Uhr lag eine eigentümliche Spannung in der Luft. Die Sonne stand noch hoch am Himmel, doch unter den zehn Nachttauch-Teilnehmer*innen wurden bereits die Lampen gecheckt, Akkus getestet, zweite Backup-Lichter bereitgelegt. Die letzten Logbucheinträge vom Nachmittag waren noch nicht getrocknet, da wurde die Ausrüstung schon wieder gepackt. Viele hatten den Tag über bereits zwei oder drei Tauchgänge absolviert – aber die Aussicht auf einen Tauchgang in völliger Dunkelheit ließ Müdigkeit zur Nebensache werden.

Treffpunkt Homebase – vertraut und doch ganz neu

Die Homebase am Kerkweg  war vertrautes Terrain. Hier hatte man sich in den Tagen zuvor jeden Morgen getroffen, hier gab es das erste Kaffeepläuschchen, hier wurden Flaschen geschleppt und gefüllt und Tauchgruppen zusammengestellt. Jetzt aber war es ein anderer Ort: Ruhiger, dunkler, spannungsgeladener. (OK, wir waren nicht die Einzigen…) Das Wasser schimmerte in metallischem Blau, der Wind hatte nachgelassen, und eine eigenartige Stille senkte sich über den Platz.

Um 22:45 Uhr versank die Sonne schließlich hinter dem Damm. Noch war es dämmrig – aber die ersten Lichtstrahlen der Lampen zeichneten bereits leuchtende Kegel ins Wasser. Ein letztes Briefing: Gruppenstärke, Kommunikation. Dann ging es los.

Abtauchen in eine andere Welt

Kaum unter der Oberfläche, war klar: Dies ist eine andere Dimension des Tauchens. Selbst ein vertrauter Tauchplatz wirkt bei Nacht wie verwandelt. Jeder Lichtkegel enthüllt nur einen kleinen Ausschnitt – alles andere bleibt im Schatten. Geräusche sind gedämpfter, Bewegungen wirken langsamer, konzentrierter. Und dann war da dieses Staunen.

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

Schon nach wenigen Minuten begegnete man den ersten Tieren der Nacht. Hummer, die tagsüber tief in Felsspalten ruhen, krabbelten nun majestätisch über den Boden. Ihre Scheren tasteten sich vorsichtig durch den Sand, das reflektierende Rotblau ihrer Panzer schimmerte im Licht der Lampen. Auch Taschenkrebse und Seespinnen wagten sich hervor – in einer Ruhe, die sie tagsüber nie zeigten.

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

Besonders faszinierend waren die Rippenquallen, die sich in völliger Dunkelheit wie glitzernde Sphären bewegten. Ihre feinen Cilienreihen, LED-Laufbändern ähnelnden Gebilden, reflektierten das Licht in allen Farben – wie kleine galaktische Erscheinungen mitten im Grevelinger Meer. Man konnte sich kaum sattsehen.

Die Magie des Lichts – und der Stille

Was diesen Nachttauchgang so besonders machte, war nicht nur die Tierwelt – es war die Wirkung des Lichts in der Dunkelheit. Jeder Tauchende hatte seine eigene kleine Bühne, begrenzt durch den Kegel seiner Lampe. Die Welt reduzierte sich auf wenige Quadratmeter – aber diese waren intensiver, deutlicher und zugleich geheimnisvoller als alles, was der Tag zeigte.

Manchmal trafen sich zwei Lichtkegel, und für einen Moment wurde der Raum größer. Ein Nicken, ein Blubbern, dann ging jeder wieder seiner eigenen Entdeckung nach. Das Buddy-System funktionierte auch hier wie immer zuverlässig – mit kurzen Handzeichen oder einer gemeinsamen Wendung im Wasser.

Die Gespräche vom Tag, das Lachen vom Mittag, das Equipment-Schleppen – all das trat in den Hintergrund. Es zählte nur der Moment. Und die Stille. Eine Stille, wie man sie nur unter Wasser kennt. Und in der Nacht.

Auftauchen mit neuen Augen

Nach etwa 60 Minuten kehrten die ersten Gruppen zurück an die Oberfläche. Das Meer war nun vollständig in Dunkelheit gehüllt, das Ufer nur schwach beleuchtet. Die Lampen der ersten Rückkehrer blitzten über dem Wasser, leise Rufe und Lachen durchbrachen die Stille. Jeder, der auftauchte, strahlte. Manche sagten nichts, andere sprudelten über vor Eindrücken.

TSG Porz in Zeeland – Teil 2: Nachttauchen vor der Sommersonnenwende

Zurück an Land wurde aufgewärmt, getrocknet, Bilder gezeigt – sofern überhaupt jemand daran gedacht hatte, eine Kamera mitzunehmen. Denn dieser Tauchgang war mehr ein Gefühl als ein Fotomotiv.

Danach ging es aber auch zügig zur Nachtruhe, die nächsten Tage stand ja noch so einiges auf dem Tauchplan. Und Schlaf ist und bleibt nun einmal die beste Regeneration. 

Fazit: Ein Tauchgang voller Tiefe

Der Nachttauchgang an der Homebase war mehr als nur ein weiteres Logbuch-Kapitel. Es war eine Erfahrung, die vielen Tauchenden den Zauber ihres Sports neu bewusst machte. Die Mischung aus technischer Konzentration, biologischer Vielfalt und meditativer Ruhe machte diesen Abend zu einem der eindrücklichsten Momente der Zeeland-Woche.

Für manche war es der erste Nachttauchgang – aber ganz sicher nicht der letzte. Und auch der Autor dieser Zeilen, als VDST-* noch grün hinter den Ohren der Tauchwelt, wird diesen Tauchgang nicht vergessen.

Und während sich die meisten danach müde, aber glücklich in ihre Ferienhausbetten verkrochen, wurde bereits über das nächste gemeinsame Ziel gemunkelt – aber das ist eine Geschichte für Teil 3…

Fortsetzung folgt…

Text: Philip Behrends

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Wenn Mitte Juni der Kalender die Woche vor Fronleichnam markiert, dann wissen viele Taucherinnen und Taucher der TSG Porz: Jetzt ist wieder Zeit für die Vereinsfahrt des Jahres. Die sogenannte „Zeeland-Woche“ hat längst Kultstatus erreicht und gilt inzwischen als inoffizieller, aber fest etablierter TSG-Tauchtrip vor der eigenen Haustür. Seit vielen Jahren von Stefan Steeger aufopferungsvoll und lupenrein organisiert (!), zieht es jedes Jahr eine bunt gemischte Truppe von Anfänger*innen, Fortgeschrittenen und Tauchprofis in den Südwesten der Niederlande, um in den salzhaltigen Gewässern der Provinz Zeeland gemeinsame Luftblasen steigen zu lassen.

Anreise in Wellen – wie es sich für Taucher gehört

Die Anreise der Teilnehmer*innen vollzog sich – passend zur maritimen Kulisse – in kleinen Wellen. Während einige besonders Motivierte bereits zu Wochenbeginn aufbrachen und sich eine Extraportion Holland-Flair gönnten, erreichte der Großteil der Tauchgemeinschaft den Treffpunkt rund um den Kerkweg in Brouwershaven am Mittwoch Nachmittag, natürlich für einen ersten „Ausblei-Tauchgang“. Dieser Parkplatz am Kerkweg mit angeschlossener Cafeteria und vor Allem auch automatisierter Füllstation für Tauchflaschen, entwickelte sich in den folgenden Tagen zur inoffiziellen „Homebase“ der Reise: Hier traf man sich morgens früh zur Tagesbesprechung, zu ersten Tauchgängen und zum munteren Austausch über Sichtweiten, Strömung und Wassertemperatur.

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Wer erst am Donnerstag, dem Feiertag Fronleichnam, anreisen konnte, wurde nahtlos integriert – wie immer bei der TSG: niemand bleibt allein, niemand bleibt auf dem Trockenen.

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Buddy-System – gelebte Vereinsphilosophie

Die Bildung der Buddy-Teams erfolgte in gewohnt harmonischer TSG-Manier: Einige hatten sich bereits im Vorfeld zu festen Tauchpartnerschaften verabredet, andere fanden sich spontan vor Ort zusammen. Erfahrung, Ausbildungsstand oder Ausrüstung spielten dabei keine trennende Rolle – Hauptsache, man war zu zweit oder viert unter Wasser unterwegs. Besonders für Neulinge war es eine wunderbare Gelegenheit, sich mit erfahrenen Tauchern auszutauschen, voneinander zu lernen und gleichzeitig auch neue Kontakte mit den vielen anderen Tauchern zu knüpfen, die sich das tolle Wetter und die fantastischen Bedingungen ebenfalls nicht entgehen lassen wollten..

Tauchen rund um „den Osse“ – Vielfalt im Salzwasser

Die Tauchspots der Woche lagen fast alle in der Umgebung des Grevelinger Meers sowie im Raum Zierikzee, mit der legendären Zeelandbrug als Highlight für Fortgeschrittene. Das strömungsarme Grevelinger Meer bot dabei ideale Bedingungen für entspannte Tauchgänge, vor allem für diejenigen, die sich an das Salzwasser noch gewöhnen wollten oder mit Ausbildungseinheiten beschäftigt waren. Hier konnte man sich langsam an die veränderte Tarierung, den Auftrieb durch das Salz und das Materialhandling gewöhnen, bevor es an anspruchsvollere Tauchplätze ging.

Die Sichtweiten variierten von Tag zu Tag, wie immer im Freiwasser, aber vor allem an windstilleren Tagen präsentierte sich das Grevelinger Meer mit bemerkenswerter Klarheit. Na gut, ehrlich gesagt, ein wenig beschönigend ausgedrückt. 😉  Taschenkrebse, Seesterne, kleine Grundeln und neugierige Garnelen sorgten für erstaunte Blicke – und so manchen Freudenschrei unter Wasser. Für den Autor dieser Zeilen, einem VDST-* auf seiner allerersten „Holland-Safari“, glich jeder Tauchgang einer kleinen Entdeckungsreise in eine neue Welt.

Strömungstauchgänge unter der Zeelandbrug – mit Gezeiten und Gänsehaut

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Ein echtes Highlight der Woche war ohne Frage das Tauchen an der Zeelandbrug. Hier zeigte sich die Nordsee von ihrer dynamischen Seite: Strömungstauchgänge bei exaktem Timing mit den Gezeiten, oft in sogenannten „Slack-Zeiten“, in denen sich die Strömung kurz beruhigt, waren hier gefragt. Wer hier ins Wasser stieg, wusste: Das ist kein gemütlicher Binnensee-Tauchgang mehr. Hier ging es um gute Vorbereitung, sichere Orientierung und vor allem Teamwork unter Wasser.

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Doch der Aufwand wurde belohnt: Hummer, Sepia, Taschenkrebse und Rippenquallen – letztere wie kleine galaktische Discokugeln – zogen an den Masken der Tauchenden vorbei. 

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Zwischen Ferienhäusern, Frikandel und Fisch

Untergebracht waren die Vereinsmitglieder in den wunderschönen gemütlichen, kleinen niederländischen Ferienhäusern mit den bekannten Genickbruch-Treppchen. Das verlieh der Fahrt eine gewisse Beweglichkeit: Einige Gruppen trafen sich abends zum gemeinsamen Kochen, andere saßen bis spät in die Nacht bei einem Getränk zusammen.

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Und tagsüber wurde nicht nur getaucht: Die örtlichen Fischwagen, Kibbeling-Stände und Frituuren wurden regelmäßig angesteuert – mit Pilgermentalität und großem Appetit.

Besonders schön: Auch abseits der Tauchgänge blieben die Gruppen in Bewegung. Es wurde gemeinsam geplant, organisiert, diskutiert, improvisiert – und vor allem: gelacht. Die TSG-Woche zeigte sich hier einmal mehr von ihrer besten Seite. Eine Woche, in der Vereinsleben, Sport und Urlaub zu einer Einheit verschmolzen.

Fazit: Gemeinsamkeit mit Tiefe

Dieser erste Teil der Zeeland-Reise zeigt, worum es bei der TSG Porz geht: Gemeinschaft durch geteilte Erlebnisse, unter Wasser wie an Land. Ob Neuling oder alter Hase, ob im Buddy-Team oder im Gruppenchat: Man ist nie allein, sondern Teil eines größeren Ganzen.

TSG Porz in Zeeland – Teil 1: Gemeinschaft, Salzwasser und die Tauchplätze rund um „den Osse“

Und während manche abends schon sehnsüchtig auf den angekündigten Nachttauchgang am Freitag schielten, stand eines bereits fest: Diese Fahrt war längst wieder ein voller Erfolg – und das nächste Kapitel wird nicht lange auf sich warten lassen.

Fortsetzung folgt…

Fotos: Bernd Mauer, Daniel Prill, Philip Behrends, Stefan Pampel, Stefan Steeger; Text: Philip Behrends

Vereinsfahrt nach Skottevig

Meeresbiologische Exkursion in die Schären Südnorwegens

Als Werner sich im Frühjahr anbot, für Oktober eine Tauchfahrt nach Südnorwegen zu organisieren, fragten sich viele, was denn da zu sehen sei und ob die Temperaturen nicht doch einen Trockenanzug erforderten. Viele zweifelten daran, dass gerade im Oktober die Wassertemperaturen in allen tauchbaren Tiefen zwischen 14° und 16° C liegen und dass die Farbenpracht und der Reichtum an Lebewesen beeindruckend sein würde. 

So machten sich leider nur 9 Taucher unter Werners fachkundiger Leitung auf, um zwischen dem 28. September und 4. Oktober die norwegischen Schären an unterschiedlichen Tauchplätzen und zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erkunden.

Um es vorwegzunehmen: es war eine runde Sache. Unterkunft, Wetter, Tauchplätze und unser Arbeitsraum machten die Zeit zu einer erlebnisreichen Woche, die uns viel neue und bleibende Eindrücke vermittelte.

Gleich nach der Ankunft und nachdem die Wohnungen bezogen waren stürzten sich die ersten am Sonntagnachmittag ins Wasser und erkundeten den vor der Anlage gelegenen Tauchplatz.  Schnell war klar, dass direkt vor unseren Unterkünften eine sehr abwechslungsreiche und vielfältige Unterwasser-landschaft auf uns wartete. Ausgedehnte Seegraswiesen, mit einer Unzahl von Kleinfischen, Seesternen, Seescheiden, Seenelken und Seerosen im flacheren Bereich wurden von ausgedehnten „Kelbwäldern“ mit einer ebensogroßen Artenvielfalt in 10 bis 15 m Tiefe abgelöst. Ausgewaschene Felsen mit großen und kleinen Spalten fielen in unmittelbarer Nähe unserer Anlage bis über 20 m ab, um dann in Sand und Geröllboden überzugehen, wo man wiederum genau hinschauen musste um die artenreiche Tierwelt zu endecken.

In den folgenden Tagen standen täglich zwei oder drei Tauchgänge auf dem Programm, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Dabei wurden von der Basis  auch Ausfahrten ins Umfeld und zu  zwei Wracks darunter die Seattle unternommen. Immer gab es im Anschluss etwas zu berichten, Fotos auszuwerten und mitgebrachtes Lebend-material, das in Aquarien untergebracht wurde, zu beobachten. Mit Hilfe der Binokulare und der reichlich zur Verfügung stehenden Fachliteratur wurden Tiere und Pflanzen bestimmt und viel Neues über den Lebensraum und die Lebensweise gelernt. Werner führte uns in zwei Vorträgen in die Besonderheiten dieser Landschaft zwischen Atlantik und Ostsee ein und erläuterte sehr Anschaulich die Bedingungen unter denen sich hier das Leben abspielt. Da wir mit dem Auto angereist waren, durch Norddeutschland auch keine Pässe überwunden werden mussten, konnte praktisch bis zur letzten Minute getaucht werden. Nicht alle nutzten dies aus, da die Anstrengungen der Woche doch zu spüren waren.

Nach einer erlebnisreichen und beeindruckenden Woche ging es dann am 4. Oktober zuerst mit der Fähre und dann mit den Autos wieder Richtung Köln.

Sicherlich wird in nächster Zeit ein Präsentationsabend auch für die übrigen Mitglieder eine Gelegenheit bieten, sich über diese gelungene Fahrt zu informieren. Abschließend noch ein ganz herzliches Dankeschön an Werner, der diese Fahrt möglich gemacht hat.