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Nachruf auf Jürgen „Klenki“ Klenk

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Klenki

Am Montag, dem 16.11.2020 verstarb unser Clubkollege Jürgen nach langer Krankheit. Er kämpfte bis zuletzt und unterstützte sogar seine Unterwasserrugby-Mannschaft jeden Trainingsabend. Für die meisten von uns ist Jürgen ein Begriff. Für diejenigen, die ihn nur dem Namen nach kennen, möchte ich gerne ein wenig von Jürgen erzählen, da ich mit ihm am längsten befreundet war.

Es war der Winter 1963. Mit einem Freund ließ ich mein Modellboot mit Fernsteuerung  in der Sülz schwimmen. Es lag Schnee, das Wasser war reißend und dementsprechend ging das Boot übers Wehr und soff ab. Ich wollte natürlich die Reste meines Boots wiederhaben. Ein Freund erzählte mir von einem neuen Tauchverein in Porz. Ich dachte mir, die können vielleicht Teile des Bootes bergen. Ich besuchte also die Tauchsportgemeinschaft Porz an ihrem Trainingsabend und schilderte mein Problem. An diesem Abend lernte ich auch Jürgen kennen, der mit in der Runde saß. Alle waren sofort bereit mir zu helfen. Es wurde als Tauchübung angesetzt. Aber nur ein paar Teile wurden gefunden. Ein paar Tage später trat ich dann der TSG bei.

Ein Jahr später fuhr Jürgen mit ein paar anderen Mitgliedern für drei Monate auf die Kanaren. Auf den Kanaren feierte er auch seinen dreiundzwanzigsten Geburtstag. Jürgen war zu diesem Zeitpunkt von Beruf Autoelektriker und arbeitete bei Ford. Etwa zu dieser Zeit begannen wir Unterwasserrugby zu spielen. Wir hatten damals genügend Mitspieler und konnten zwei Mannschaften bilden. Jürgen und ich waren die beiden Torwarte. Bei den deutschen Meisterschaften war er mein Verteidiger. Zusammen gewannen wir drei deutsche Meisterschaften.

1970 plante die TSG unter ihrem Vorsitzenden, Horst Platt, eine Tauchfahrt nach Zypern. Zu diesem Zweck kaufte Horst einen alten Landrover. Alt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Elektrik war voll marode. Aber wozu hatten wir Jürgen. Normalerweise sind Kabelbäume im Auto recht bunt damit man sie besser unterscheiden kann. Das war aber zu teuer und Jürgen hatte noch  eine Trommel mit viel braunem Kabel. Hinterher war es nicht mehr so bunt im Auto, dafür schön braun. Aber das Auto lief. Einem schönen Tauchurlaub auf Zypern stand dann auch nichts mehr im Wege.

Kurze Zeit später fing Jürgen bei der Computerfirma Honeywell-Bull als Instructor für die hauseigenen Computer an. Dabei kam er viel in der Welt herum, etwa Amerika und Frankreich.

Jürgen war in seinem Ort auch im Karnevalsverein und u.a. auch einmal der Bauer im Dreigestirn. Mit dem Sitz des Kostüms hatte er aber anfangs Probleme. „Man musste in meine Hose einen Zwickel einnähen, dann passte sie  (Originalton Jürgen)“. Für uns vom Unterwasserrugby war die hohe Zeit des Karnevals ein Problem. Jürgen war dann nicht da. Er betreute die computerisierte Musikanlage im Festzelt und das jedes Jahr. Jürgen hielt auch Computerkurse für ältere Leute im Ort ab. In Computerdingen stand er seinen Freunden auch immer mit Rat und Tat zur Seite.

Dann kam der Abend vor etwa sieben Jahren. Wir saßen nach dem Training noch in unserem Vereinsheim bei Mettbrötchen und Bier. Jürgen liebte Mettbrötchen über alles. Das war nach dem Training die wichtigste Sache. An diesem Abend teilte uns Jürgen die Diagnose von seinem Krebsleiden mit. Wir waren zutiefst betroffen. Jürgen sagte dann die Worte: „Ich habe ein schönes Leben gehabt, viel von der Welt gesehen und sollte es jetzt zu Ende gehen, dann ist es eben so.“ Ich war tief beeindruckt von dieser Einstellung. Von diesem Abend an haben wir Anderen seine lockere Einstellung angenommen. Trotz seiner Erkrankung kam er regelmäßig zum Training. Anfang des Jahres wurden seine Probleme dann leider immer größer, so dass er nicht mehr am Training teilnehmen konnte. Das war sehr schade. Wir verlieren in Jürgen einen tollen Clubkollegen und vor allem einen guten Freund. Wir werden ihn nie vergessen.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind auch bei seiner Familie, die einen Vater und Großvater verloren hat.

Wolfgang Dietz