Die Erde hat die Aquanauten wieder – 60 Jahre TSG

August 1969

Gute Laune in kleiner Unterwasserkapsel

Die Erde hat die  Aquanauten wieder - 60 Jahre TSG
Das ist die Aquanautenkapsel, die für mindestens 10 Tage „Wohnung“ der Meeresforscher war. Sie stand in knapp 25 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund vor Helgoland. Von hier aus wurden die „Tauchexpeditionen“ unternommen
.

Acht Männer lebten 10 Tage auf dem Meeresgrund

Die Porzer Sporttaucher Horst Platt, Rudolf Zerbes, Jürgen Klenk, Wolfgang Hoppe und Gisela Odenwald, die als wissenschaftliche Hilfskräfte beim ersten großen europäischen Unterwasserexperiment vor der Insel Helgoland eingesetzt waren, sind aus den Meerestiefen wieder aufgetaucht. Sie hatten wesent-lichen Anteil am Gelingen des nicht ungefährlichen wissenschaftlichen Wagnisses, wobei es galt, Verhaltens-weisen von Menschen und Tieren zu erkunden und Vor-proben vom „unterseeischen Garten“ als Grundstoff-lieferant für Lebensmittel zu nehmen.

Die Taucher, die ihren Urlaub für das Experiment opferten, waren schon vor dem eigentlichen Be-ginn der wissenschaftlichen Arbeiten vor Helgoland. Sie mußten zunächst einmal unter Wasser die technischen Voraus-setzungen schaffen. Auch als die Techniker und Wissenschaftler die Unter- wasserstation „Helgoland“ bezogen, wurden sie noch dringend benötigt. Die Taucher übernahmen alle taucherischen Aufgaben, als da waren Überwachung von Instrumenten, die außerhalb des Unterwasserlaboratoriums auf dem Meeresboden installiert waren, sie saßen aber auch „an Land“ und beobachteten über Monitore das Leben in der „Aqua-nautenkapsel“. Besonders Gisela Odenwald war am Bildschirm eingesetzt.

Die Erde hat die  Aquanauten wieder - 60 Jahre TSG
Erschöpft und abgekämpft steigen die Taucher auf. Sie hatten unter Wasser Geräte kontrollieren und Leitungen überprüfen, daneben noch Kurierdienste von der Bodenstation zur Kapsel verrichten müssen. Hier helfen die Bodenkontrolleure Horst Platt an Bord.

Taucher und Koch

Horst Platt war acht Tage technisch-wissenschaftlicher Assistent im Unter-wasserlaboratorium. In der Enge von knapp 10 Quadratmetern mußten acht Personen miteinander auskommen. Es herrschte in etwa 25 Meter Tiefe eine konstante Temperatur von 22 bis 25 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 90 Prozent.

Die Aufgabe des Porzer „Aquanauten“ war es, die Sicherheitseinrichtungen zu überprüfen, die Fernsehkabel sowie alle Anschlüsse der Zusatzleitungen regel-mäßig zu kontrollieren.

Außerdem hatte er fotographische Serien über den Arbeitsablauf zu erstellen. Worüber die Wissenschaftler und Techniker sich noch außer der Reihe freuten, war, das Horst Platt ihnen vor-zügliche Menüs bereitete. Die Deutsche Lufthansa stellte dem Unterwasser-laboratorium ausgewählte Tiefkühlkost zur Verfügung.

Die Erde hat die  Aquanauten wieder - 60 Jahre TSG
Der medizinische Leiter des Forschungsexperiments, Prof. Ruff (rechts mit Mütze) von der DFVLR freut sich über die gute körperliche Verfassung des Tauchers Horst Platt (zweiter von rechts) und eines Technikers. Links Prof. O. Kinne von der biologischen Anstalt Helgoland.

Rhythmus verloren

Obwohl die Ärzte zu Lande zunächst befürchteten, bei längerem Aufenthalt in der drangvollen Enge des Labora-toriums, 23 Meter tief, könnten sich auch persönliche Schwierigkeiten und starke psychische Belastungen ergeben, wurden sie von den Teams eines Besseren belehrt. Alle Männer ver-standen sich prächtig.

Dazu eine Zusatzinfo, die nicht in der Zeitung stand

Als das inzwischen unbewohnte Unterwasserlaboratorium für Wartungsarbeiten gehoben werden soll, kommt es unter Wasser zu einem Unglück mit zwei Toten. Am 6. Dezember 1969 sterben ein 24-jähriger Kieler Student und sein 29-jähriger Begleiter, ein Zoologe und Doktorand der Biologischen Anstalt Helgoland. Nachdem zwei Teams aus Berufs- und Forschungstauchern die Stromverbindung zwischen dem UWL und einer Versorgungstonne getrennt haben, lassen sich zwei weitere Taucher ins winterkalte Nordseewasser gleiten. Sie sollen die gelösten Kabel vom Tauchlabor wegziehen, damit sie sich beim Heben des UWL nicht verheddern. Zum Verhängnis wird den Männern wohl eine noch nicht gekappte Stromleitung zu den Notbatterien. Peter Jatzke vermutet, dass die Taucher aus Versehen das Kabel berührt und unter Wasser einen elektrischen Schlag bekommen haben. Der 24-jährige Student wird tot in der Nähe des Tauchlabors gefunden. Der Leichnam des 29-Jährigen bleibt zunächst verschollen. Jatzke findet ihn erst Ende Juli 1970 – genau ein Jahr nach dem ersten Abstieg ins Labor. Der tote Aquanaut lag in voller Tauchermontur am Meeresgrund – die Atemluftflaschen vorschriftsmäßig auf dem Rücken. – Quelle: https://www.shz.de/2062371 ©2022

Ich hoffe, dass dieser Beitrag wieder ein interessanter Einblick in unser Vereinsleben war.

Bis zum nächsten Beitrag

Wolfgang

Strongmanrun am Fühlinger See

Ergänzend zum Aushang der Stadt Köln noch der Hinweis, dass die Laufstrecke sowohl über P1 als auch P2 führt und es aufgrund der bereits im Vorfeld (wahrscheinlich ab Donnerstag) stattfinden Aufbauarbeiten dort ebenfalls zu nicht näher bekannten Einschränkungen kommt.

Strongmanrun am Fühlinger See

Porzer Aquanauten helfen Wissenschaft – 60 Jahre TSG

August 1969

Zehn Tage auf dem Meeresboden bei Helgoland

Der Porzer Mondboden heißt Nordsee-Meeresgrund. Was für das Amerika Astronaut Armstrong ist, ist für das kleine Porz der Aquanaut Horst Platt von der Porzer Tauchsportgemeinschaft. Armstrong betrat mit der ersten Landungsexpedition den Mond, Horst Platt mit der ersten Unterwasserexpedition der Bundesrepublik für wissenschaftliche Zwecke den Meeresboden bei Helgoland in etwa 23 Metern Tiefe und bleibt dort mit den Wissenschaftlern ganze zehn Tage. Er hat sich uneigennützig in den Dienst der Wissenschaft gestellt, mit ihm vier weitere Mitglieder der Tauchsportgemeinschaft Porz, aber Horst Platt ist der einzige, der zehn Tage lang auf Sonne und Wind verzichtet und dafür die sehr gefährlichen „Gezeiten“ vor Helgoland in Kauf nimmt.

Porzer Aquanauten helfen Wissenschaft - 60 Jahre TSG
Die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern und wissenschaftlichem Arbeitsmaterial der Meeresbodenkapsel (rechts) durch das Schlauchboot ist in vollem Gang. Horst Platt auf der Brücke der Kapsel (die schon tief im Meer steckt) nimmt von den Tauchleuten auf dem Schlauchboot einen Kanister Wasser (ohne Alkohol) entgegen. Bilder: Gisela Odenwald

Die Porzer Tauchsportgemeinschaft war der Einladung an alle Tauchsportler der Bundesrepublik durch die DVL (Bad Godesberg) und der Lübecker Firma Dräger, (die die Meeresbodenkapsel baute), gefolgt; von anderen Tauchsportlern waren kaum Meldungen gekommen. Nicht nur deshalb wurde das Lob des Expeditionsleiters ausgesprochen: „Ohne die Porzer Tauchsportgemeinschaft wäre das ganze Unternehmen in Frage gestellt!“, sondern auch deshalb weil die Porzer Taucher über eine außerordentlich große Erfahrung in der Bewältigung ihres Hobbys haben.

Wie bei Mondbodenproben

Mit Horst Platt sitzen augenblicklich sieben weitere Aquanauten, Wissenschaftler, in dem „einen Boot“ auf dem Meeresgrund, der Kapsel, die gleich einem Haus auf dem Meeresboden mit ihren 18 Tonnen Gewicht festhaftet. Die Kapsel ist mit Instrumenten und Geräten gefüllt. Die Wissenschaftler haben den Auftrag, das in der Regel wildbewegte Wasser rings um Helgoland auf alle nur möglichen Verhältnisse zu untersuchen, Proben – ähnlich wie Armstrong auf dem Mond – zu sammeln und an die Oberfläche zu bringen, zu messen, zu wiegen, zu beobachten.

Porzer Aquanauten helfen Wissenschaft - 60 Jahre TSG
Der Lebensretter, wenn die Not am größten ist. Er steht in Übermannshöhe mit seinen Kollegen an Bord eines der Schiffe der Rettungsflotte bei Helgoland und hat in Notfällen sofort die „Unterwasserleute“ aufzunehmen, um den Druckausgleich herbeizuführen. Ohne ihn wären im Unglücksfall die Aquanauten in spätestens zehn Minuten tot.

Gisela am Draht

Allerdings sind große Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. So ist jedes Instrument des umfangreichen Alarmsystems doppelt – wie auch in der Astronautenkapsel – vorhanden. Zum Alarmsystem gehört eine Fernseh- und eine Telefonverbindung von „oben“ zur Meeresbodenkapsel. Gisela Odenwald, die als sehr geübte Porzer Taucherin schon nach kurzer Zeit den Versuch als Taucherin zu helfen, wegen der unberechenbaren und starken Meeresströmung vor Helgoland aufgab, übernahm für Tage und Nächte die Beobachtung der Aquanauten am Telefon.

Freilich wäre es bedeutend einfacher, wenn die Kapsel direkt mit einem der Schiffe aus der bereit liegenden Rettungsflotte verbunden wäre. Das war eben der Strömungen und Gezeiten wegen nicht möglich. Deshalb wurde zum ersten Mal in der Welt überhaupt zur Versorgung mit allem Lebensnotwendigen der acht Männer auf dem Meeresboden eine Versorgungstonne eingesetzt, die über der Kapsel an der Oberfläche schwimmt und unbemannt ist; sie wurde humorvoll von der Unterwasserkapselbesatzung nach dem technischen Leiter der Expedition, Fust, das „Füstchen“ getauft. Alle zwei Stunden haben die Aquanauten die an den Instrumenten abzulesenden Werte telefonisch nach oben durchzugeben. Wenn spätestens nach fünf Minuten kein Lebenszeichen nach oben dringt, greift die Rettungsflotte sofort ein. Für die Strenge der Sicherheitsvorkehrungen ist u.a. die Tatsache zu bewerten, daß kein Spiel, kein Alkohol mit in das „Haus im See“ genommen werden durfte, damit bei der Besatzung auch jeder kleinste Grund zur eventuellen Streitigkeit von vorneherein ausgeräumt ist. Die drei weiteren Porzer Taucher, die mit Horst Platt und Gisela Odenwald gern „dabei gewesen wären“ sind Rudolf Zerbes, Jürgen Klenk und Wolfgang Hoppe; sie nahmen sehr stark an der Versorgung des Unterwasserhauses teil.

Horst Platt“ spaziert augenblicklich – wie Armstrong und Aldrin auf dem Mondboden – auf dem Meeresboden. Vorerst muß er sich den einen oder anderen Hummer von Helgoland an der Nase vorbeitreiben Lassen. Denn das Team hat nicht nur die Aufgabe, Wasser und Boden, Flora und Fauna im allgemeinen zu untersuchen, sondern auch im speziellen festzustellen, warum z.B. die Hummer um Helgoland so selten geworden sind und warum das Meer dann und wann leuchtet. Und da erweist es sich, daß Erde und Meere sich nicht sehr unterscheiden: Genau wie auf der Erde mit dem Leuchtkäfer treibt die Liebe die winzigen Lebewesen im Wasser zum Leuchten und Locken. Aber das genaueste darüber kann erst gesagt werden, wenn Horst Platt mit seinen sieben „Hausbewohnern am Meeresgrund“ wieder unter uns ist. Und wenn der Auftraggeber, die Biologische Anstalt auf Helgoland, die Foschungsergebnisse veröffentlicht. Horst Platt als geübter Taucher hilft Ihnen. Er wird der „Aquanautenkapsel-insasse mit den meisten Ausstiegen aus der stets nach unten hin offenen Ausstiegsluke sein; denn er holt in seinem Tauchanzug die benötigten Proben aus weitem Umkreis in die Kapsel. Er hat alle paar Stunden die Kapsel auf ihre Sicherheit hin zu untersuchen. Er hat auch den hohen Luftdruck in der Kapsel ständig zu überprüfen, damit nicht der Wasserdruck von außen einmal größer als der Luftdruck von innen wird und damit sich die Kapsel mit Wasser füllt.

Eilige Lebensrettung

Porzer Aquanauten helfen Wissenschaft - 60 Jahre TSG
„Nabelschnüre“ des Lebens verbinden diese Tonne an der Meeresoberfläche („Füstchen“ genannt) mit dem „Haus auf dem Meeresgrund“, in dem Horst Platt mit sieben Wissenschaftlern zehn Tage lebt.

Das Leben der insgesamt acht Aquanauten auf dem Meeresboden hängt an gerade nicht seidenen Fäden, aber an dünnen Schläuchen und Drähten. Würde irgend eine Notlage durch irgendwelche Umstände hervorgerufen, hätten die Aquanauten gerade noch sieben bis zehn Minuten Zeit, ihr Leben zu retten, wenn sie an die Oberfläche des Meeres geschleudert oder getrieben würden. Denn in dieser Zeit müßten sie die an Bord eines Rettungsschiffes bereit stehenden Überdruckkammern bereits aufgesucht haben, damit der Körper an den in der Kammer angepasst werden kann. Das erste Team, das „hinunter ging“, brauchte allein in der Kammer die letzten 15 Stunden vor einem Aufstieg, um sich in der Kammer selbst auf die veränderten Druckverhältnisse auf der Oberfläche anzupassen.

Porzer tauchen für die Meeresforscher – 60 Jahre TSG

Juli 1969

Ein großer Teil des Gelingens eines internationalen Forschungsexperimentes wird von einer Gruppe Porzer abhängen. Gelingt das Experiment, wird ein neues Kapitel der Meeresforschung aufgeschlagen. Es handelt sich um das Unterwasserlabor Helgoland, das in den nächsten drei Wochen vor der Insel Helgoland in einer Tiefe von 24 Metern installiert wird. Die Porzer Tauchgemeinschaft unter Leitung von Tauchlehrer Horst Platt ist zu technischen und wissenschaftlichen Hilfsarbeiten von Professor Kinne, dem Leiter des Projekts, angefordert worden.

Porzer tauchen für die Meeresforscher - 60 Jahre TSG
Versorgungstransporte vom Schiff zur Unterwasserstation in 24 Meter Tiefe haben die Porzer Taucher auszuführen. Auch wurden Ihnen wissentschaftliche Hilfsarbeiten, wie Wartung der rund um das Labor verteilten technischen Geräte, anvertraut. Die Zahlen bedeuten: 1 Unterwasserhaus, 2 Versorgungsboje, 3 Fahrstuhl, 4 Unterwasseriglu, 5 Einsatz der Porzer Taucher, 6 Rettungskammer

Der Wissenschaftler brauchte eine erfahrene Tauchergruppe wie die Porzer, die gut aufeinander eingespielt ist. Schon seit Jahren unternehmen die Taucher eigene Expeditionen. Horst Platt fährt nun mit Gisela Odenwald, Rudolph Zerbes, Jürgen Klenk und Wolfgang Hoppe an die Nordsee.

Vom Versorgungsschiff aus werden die Porzer Taucher für die Verbindung zum Labor zuständig sein. Sie müssen neben den Lebensmitteln auch wissenschaftliches Gerät und sonstige Materialien, die im Labor benötigt werden, zu transportieren. In den ersten Tagen werden sie besonders das Gelände rund um die Unterwasserstation zu vermessen und in Planquadrate einzuteilen haben.

Um das Labor sind in Abständen sogenannte Iglus, die technische Geräte für verschiedene Messungen enthalten, aufgebaut. Es gehört zu den Aufgaben der Porzer Sporttaucher, diese Iglus zu warten und die Werte abzulesen. Das Unterwasserlabor soll als Vorstufe für einen „Unterwasserzoo“ dienen. Die Meeresforscher wollen die Verhaltensweisen von ausgesetzten Hummerlarven studieren und die Voraussetzungen für eine ökonomische Fischzucht schaffen, indem auf wissenschaftlicher Basis dickere und wohlschmecken-dere Hummer, Austern oder Seezungen gezüchtet werden sollen.

Auch für die Überwachung der Fallen und Fangkörbe sind die Porzer Taucher eingesetzt. Außerdem müssen sie über Monitore das Verhalten

der im Unterwasserlabor arbeitenden Aquanauten kontrollieren.

Die Porzer Taucher haben für dieses Unternehmen, das am 19. Juli beginnt, ihren Urlaub eingeplant. Es ist zum ersten Mal, daß Sporttaucher für wissenschaftliche undtechnische Hilfsdienste in Anspruch genommen werden.

Das Unternehmen ist für die Porzer Taucher nicht ganz ungefährlich. Das Labor wird etwa drei Kilometer vor Helgoland auf den Meeresgrund gelassen. Die See ist aber auch im Juli oft sehr unruhig, so daß an die Taucher erhebliche Anforderungen gestellt werden. Horst Platt versicherte, daß alle fünf Teammitglieder körperlich so fit seien, daß er glaube diese Schwierigkeiten überwinden zu können.

Porzer tauchen für die Meeresforscher - 60 Jahre TSG
Zum ersten Mal wurden Sporttaucher zu wissenschaftlichen und technischen Hilfsarbeiten an einem wissenschaftlichen Experiment angefordert. Hier eine Gruppe Porzer Taucher, die bei allen Witterungen eifrig trainieren. Ihr Fleiß hat sich jetzt durch die Berufung zu dem Unternehmen Helgoland ausgezahlt.

Die Bundesrepublik ist an dem Experiment, das alle bisherigen übertreffen soll, mit erheblichen Geldmitteln beteiligt. Entwurf und Anregung gingen vom Institut für Flugmedizin aus, in dessen Händen auch die technische und medizinische Leitung liegt. Das Unterwasser-labor liegt zur Zeit noch im Drägerwerk Lübeck. Auftraggeber sind die Biologische Anstalt Helgoland und die in Porz-Wahn etablierte Deutsche Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt. Gerade die Porzer DVFLR hat in entscheidender Weise an der technischen Entwicklung des Unterwasserlabors mitgewirkt.

Verpasst nicht die Fortsetzung in 2 Wochen. Bis zum nächsten Mal.

Wolfgang

In Belgien auf Tauchstation – 60 Jahre TSG

Wasser war sehr kalt – Tauchverhältnisse ideal – Es lohnte sich

V o n A u g u s t M e y e r

Porz (pam) – Die Porzer Taucher sind ständig auf der Suche nach neuen „Jagdgründen“. Am vergangenen Wochenende verließen die Männer, die unter Wasser zu Hause sind, wieder einmal ihr Domizil am „Schwarzen See“ in Leubsdorf und zogen nach Belgien. Dort fanden die Taucher nicht nur ein ideales Sportgelände vor, sondern sie gewannen auch neue Freunde. Es sind die Mitglieder von „Cercle Sportief Aerienne, Section Activitès Sons Marines“ aus Dongleberg in Brabant, einem Ort rund 50 Kilometer von Brüssel entfernt. Die Porzer Taucher fuhren nicht allein nach Belgien; sie hatten ihre Freunde von der Bundeswehr, „Sektion Sport- und Rettungstauchen“ mitgenommen.

In Belgien auf Tauchstation - 60 Jahre TSG
Neue Freunde gewann die Porzer Tauchsportgemeinschaft am Wochenende in Belgien. Rechts Horst Platt, der zweite Vorsitzende der Porzer Taucher, links daneben der beigische Adjutant Jaques Walschaert. Daneben der technische Leiter der Bundeswehrsektion „Sport und Rettungstauchen“, Dieter Reddermann.

In der Nähe von Dongleberg besitzen die belgischen Taucher in einem Steinbruchsee ihr Sportgelände. Die Tauchverhältnisse sind dort geradezu ideal. Der See weißt Tiefen bis zu 50 Meter auf. Für die Porzer, die sozusagen auf allen Meeren zu Hause sind, war der Start in den Steinbruchsee doch etwas Unbekanntes. Dies merkten sie schnell beim ersten Tauchversuch. Das Wasser war kalt, ja sogar eiskalt, denn auf dem Grund des Sees wurden Temperaturen von nur zwei bis drei Grad gemessen. Diese Kälte drang sogar durch die dicken Gummianzüge der Taucher durch. Für die Kälte entschädigt wurden die Taucher allerdings durch eine klare Sicht, die selbst in größeren Tiefen herrschte.

Die Belgier haben ihren See speziell für Tauchübungen hergerichtet. Auf dem Grund ruhen ein Autowrack und das Wrack eines Flugzeuges, mit denen die Porzer rasch Bekanntschaft machten. Diese Wracks dienen dazu, Antipanikübungen durchzuführen. So konnten sich die Porzer Taucher in den Wracks einschließen, um so das Gefühl des vollständigen Eingeschlossenseins zu bekommen. Zweiter Vorsitzender der Tauchgemeinschaft Porz, Horst Platt: „Das gehört zu unserer Ausbildung. Der Taucher muß sich überall unter Wasser sicher fühlen.“ Mit einer weiteren Neuerung machten die Porzer Bekanntschaft. Die Belgier hatten rund 15 Meter unter der Wasseroberfläche eine Plattform verankert.

Dort konnten sie das Auswechseln der Geräte üben und ihre Masken ausblasen. Wie Horst Platt erklärt, sei das nicht einfach und stelle bei einem Wasserdruck von 2,5 Atü schon hohe Anforderungen an die Taucher.

Mit der Kälte im See hatten sich die Porzer auch rasch abgefunden. Sie fanden es sogar ideal. Allerdings birgt die Kälte auch Gefahren. So kommt es darauf an, daß den Tauchern bei den Kälteunterschieden zwischen Oberfläche und Tiefe das Gleichgewichtsempfinden nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Selbstverständlich hat das Auftauchen der Porzer Sporttaucher in Dongleberg einiges Aufsehen erregt. Zahlreiche Sonntagsausflügler hatten sich am See eingefunden, um das Treiben der Unterwassermänner zu beobachten.

Zu den neuen Freunden, die übrigens die Porzer mit aller Herzlichkeit empfingen, gehörte auch der belgische Rekordhalter im Tauchen, der Adjutant Avi Jaques Walschaert, der es bis zu einer Tiefe von 115 Meter gebracht hat. In drei Wochen wollen die Porzer nochmal nach Belgien fahren. Horst Platt wird dann in dem See bei Dongleberg die Prüfungen für die Porzer Taucher abnehmen. Die Belgier versprechen, den Porzern einen Gegenbesuch zu machen. Dann sollen sie auch den „Schwarzen See“, das Porzer Tauchgelände kennenlernen.

Noch ein paar Informationen zu Dongleberg.

Dongleberg ist heute noch ein grosses Tauchcenter.

Centre De Plongée De Dongelberg

Tauchclub in Jodoigne, Belgien

Rue Saint-Laurent 8, 1370 Jodoigne, Belgien

Bis zum nächsten Mal

Wolfgang

Unter Wasser den Löwen erkämpft – 60 Jahre TSG

Unter Wasser den Löwen erkämpft - 60 Jahre TSG

Wieder mal etwas aus der Vereinsgeschichte

Porzer Taucher in München erfolgreich

Porz (pbh) – Einen großartigen Sieg konnte die Unterwasserballmanschaft der Tauchsportgemeinschaft Porz für sich verbuchen. Beim 1. Internationalen Unterwasserball-Turnier in der Münchener Olympia-Schwimmhalle gingen die Porzer unter 14 Mannschaften mit Rang und Namen als Sieger hervor und erkämpften somit den „Bayrischen Löwen“. Der dreifache Deutsche Meister TSC Mülheim und Favorit für das Turnier wurde auf den zweiten Platzt verwiesen.

Unter Wasser den Löwen erkämpft - 60 Jahre TSG

In einem mehrwöchigen Training im Kölner Leistungszentrum der Sporthochschule hatte sich die Porzer Tauchsportgemeinschaft intensiv auf das Turnier vorbereitet. Günstig für den Turnierverlauf war die Tatsache, dass das Spielfeld des Münchener Olympiabades die gleichen Abmessungen wie die Kölner Schwimmhalle hat.

Nach der Auslosung der Gegner mussten die Porzer im 1. Spiel gegen die starke Mannschaft aus Düsseldorf antreten. Durch einen Strafwurf endete das Spiel 1:0 für Porz. Das war der Grundstein für den Endsieg. Nach drei weiteren Spielen, mit zwei Siegen und einem Unentschieden, waren die Porzer Unterwasserballer in der Endrunde.

Innerhalb einer Stunde mussten in der Endrunde drei Spiele durchgestanden werden. Im ersten Spiel erreichte die TSG Porz ein Unentschieden gegen Duisburg. Das zweite Spiel gegen den deutschen Meister Mülheim wurde nach kämpferischen Einsatz aller 11 Spieler überlegen mit 3:0 gewonnen. Im letzten Spiel gegen Stuttgart mussten die Porzer das einzige Tor in dem Turnier hinnehmen.

In München holten sich die Porzer Unterwasserballer ihren dritten Turniersieg. Außerdem erreichten sie sei 1972 bei den deutschen Meisterschaften einen zweiten und zwei dritte Plätze. Folgende Mannschaft trat für Porz an den Start: W. Dietz, S. Güttsches, H. Schäfer, J. Bierbrauer, H. Krause, A. Kraus, H. Robert, W. Schulze, D. Uschpelkat, K. Hoffmann, und R .Golischewski. Trainiert wird die Mannschaft von Hans Robert.

Der Bericht stand 1976 im Kölner Stadtanzeiger. Er wurde von mir neu abgeschrieben, da die Qualität der Zeitungskopie nicht der Brüller war.

Dieser Sieg wurde natürlich gebührend im Hilton gefeiert, denn die Bayern wissen schon zu feiern. Ich weiß nur noch, wir hatten alle vielleicht ein bisschen zu viel getrunken, kamen aber noch wohlbehalten in unserer Jugendherberge an. Nur Hans Robert war im Vorraum der Toiletten auf der bequemen Couch eingeschlafen, und wurde aber morgens um 5 Uhr vom Personal geweckt. Außer diesem Turnier hatten wir noch viele andere Turniere gewonnen. Die Krönung waren aber die drei Deutschen Meisterschaften in der Bundesliga, die wir als Deutscher Meister gewonnen haben: 1976 in Bielefeld, 1978 in Köln und zuletzt 1979 in Berlin. Zu erwähnen sind noch Konrad Hoffman und Walter Schulze die in der National Mannschaft gespielt haben und dort Vize Weltmeister geworden sind.

Lasst es euch gut gehen und bis zur nächsten Geschichte

Wolfgang

Klimaneutralität im Tauchverein

Macht das Sinn? Ist das unsere Aufgabe? Wollen wir das?

Zu diesem Thema findet ihr im Folgenden einen Artikel, der sowohl einige grundlegende Aspekte des Themas erklären aber auch zum Nachdenken anregen soll. Außerdem ist eine Modellrechnung für die TSG Porz enthalten. Schaut mal rein.

Artikel als pdf

Spielende Kinder fanden Goldbarren – die 60er in der TSG

Handelt es sich um Kriegsschätze an der Groov?

Spielende  Kinder fanden Goldbarren - die 60er in der TSG
Der erste Versuch an den frühen Nachmittagstunden des Freitags scheiterte. Aber eine halbe Stunde später hatten die Taucher an der Groov mit Verstärkung Erfolg

Von A. Witz

Porz (paz) – Spielende Kinder, die achtjährige Gertrud K. und der siebenjährige Manfred Z. fanden am Freitagnachmittag auf der Groov im Schlamm sieben Goldbarren. Jeder Barren hatte ein Gewicht von 100 Gramm und war mit dem Prägestempel für 18 karätiges Gold versehen. Drei dieser Barren haben die Kinder auf dem Heimweg verloren. Sofort wurde vom Vater des Jungen die Tauchergemeinschaft Porz alarmiert, die die Fundstelle mit einem Spezialgerät nach weiteren Goldbarren absuchten. Schon wenige Minuten später fanden sie in Ufernähe eine beschädigte Kiste mit etwa 100 Goldbarren.

Dicht daneben wurde eine Kiste mit Munition aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Das lässt den Schluss zu, dass die in der Bevölkerung seit Jahren verbreiteten Gerüchte von zwei „Kriegsschätzen“ in der Groov einen realen Grund haben. Führende Männer von damals müssen sich wohl der Goldbarren auf der Flucht in der Groov entledigt haben.

Samstag weitere Versuche

Es war dem Vater des kleinen Manfred bekannt, dass die Tauchergemeinschaft Porz über ein Gerät zum Aufspüren von Metallen verfügte. Obwohl die sieben Goldbarren von den Kindern unmittelbar im Gebüsch vor dem Binnenwasser gefunden wurden, begaben die Taucher sofort an die Arbeit im Binnenwasser selbst.

Die Dunkelheit verhinderte eine Fortführung der Arbeiten, doch sollen sie am Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 15 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit wieder aufgenommen werden. In jedem Falle müssen in etwa gefundene Goldbarren oder andere Wertgegenstände abgeliefert werden. Es wird vermutet, dass dennoch eine oder mehrere Kisten beim Abladen in der Eile stark beschädigt wurden, so dass es möglich erscheint, am ganzen Ufer des Binnenwassers entlang weitere Funde zu machen.

Das von Wolfgang Dietz entwickelte Suchgerät, Auro-Akustomat bewährte sich großartig. Es sprach auch auf eisenhaltige Metalle bei der Suche (Konservendosen usw.)

Mit einem pfeifenden Geräusch, bei Nichteisenmetallen (Gold, Zinn, Kupfer usw.) mit Knatter-geräuschen an. Für die Taucher war es kein Vergnügen in dem schmutzigen Wasser der Binnen-wässer zu suchen. Der Erfolg schon in der ersten Stunde belohnte ihre Mühe. Die etwa 100 Goldbarren sind von recht-winkliger, viereckiger Form; Experten sagen, dass diese Barrenform nur 1943 in Nürnberg gegossen worden ist. Goldbarren weisen üblicherweise eine andere Form auf. Schon die bisher gefundenen Barren haben einen erheblichen Wert von 520 Mark, die etwa 100 Barren würden also 52.000 Mark kosten Die Taucher-gemeinschaft hofft, für die Bergung des Goldes zumindest so viel an Lohn zu bekommen, dass sie neue Tauchgeräte für die wachsende Zahl der Mitglieder anschaffen kann.

Spielende  Kinder fanden Goldbarren - die 60er in der TSG

Volksmund: Kriegsschätze

Zuschauer auf dem Damm, die die ersten Versuche erlebten, bestätigen, dass in den Binnen-wässern der Groov tatsächlich „Kriegsschätze“ – wie es im Volks-mund heißt – versenkt worden sind. Die Absicht einiger Zuschauer, die Taucher wollten in Selbsthilfe damit beginnen, die Groov zu entschlammen, stieß natürlich auf starke Skepsis, da die Zündorfer schon viel von der Entschlammung gehört, aber noch nichts gesehen hatten. Am Samstag wird der Kölner Stadt-Anzeiger wieder bei der Weitersuche der Taucher nach diesen „Kriegsschätzen“ dabei sein, um in Wort und Bild eingehend über diese, mit Sicherheit nicht vergebliche Suche, zu berichten.

Spielende  Kinder fanden Goldbarren - die 60er in der TSG
Im Dunkel des späten Abends staunten die Taucher: Die Kiste enthielt etwa 100 Goldbarren im Gewicht von je 100 Gramm. Der Leiter der Tauchergruppe, Platt (rechts mit Bart), freut sich über den Erfolg seiner Jungen.

Gold

Fabian ist untröstlich und glücklich zugleich. Er hat hunderte Menschen in den April geschickt. Aber noch nie zuvor war zu so früher Jahreszeit ein so starker Andrang auf der Groov wie am Samstag. Nie zuvor wurden die Naturschönheiten und die Notwendigkeit sie vor dem Verfall zu bewahren, von so vielen Bürgern erkannt wie am Samstag. Der Goldrausch war über sie gekommen. Die Goldbarren, die auf der Groov gefunden sein sollten, hatte die Goldhungrigen in Scharen angelockt. Fabian selbst wurde vor Goldrauschaufregung am Samstag sicher mehrmals in den April geschickt: Wer anderen eine Grube gräbt… Man weiß schon. Fabian hat mit dem Gold gelogen. Was er nicht gelogen hat, ist das Gerücht von Kriegsschätzen und die Erfindung des Metallsuchers – er wurde tatsächlich in Porz erfunden, nur zeigt er seine Funde nicht an. Es ist eine Attrappe. Die Taucher hatten das Gold und die Kisten selbst mitgebracht. Und der Autorenname A. Witz ist kein Druck- sondern ein Hörfehler. Auf Anfrage des Kölner Pressehauses, wer denn der Autor ist antwortete unser Mitarbeiter aus Bayern: Ja nu! Dös is doch a Witz. Und daraus wurde A. Witz.

Fabian

Also bis zum nächsten Mal mit einer anderen Geschichte aus dem Vereinsleben

Wolfgang